Kowatschek Günter
Ich bin Günter Kowatschek.
Sonntag, 22. Oktober 1967, 5 Uhr früh – Wien, AKH – dem damals noch nicht sooo alten AKH. Nur neun Monate nach meiner ersten Zellteilung quälte ich Mutter schon ganz bald aus dem Bett. Es dauerte fast acht Jahre bis ich morgens länger als bis 8:00 Uhr schlief. Jetzt ist es kein Problem mehr. Für mich! – Aber jetzt habe ich zwei Kinder, die noch nicht acht sind und eine Frau, die den Tag genießt… Alles kommt zurück!
Gewachsen bin ich in Pellendorf, 7 km östlich von Schwechat. – Hinweis: Wer von Wien-Schwechat in Richtung Urlaub abhebt, dabei die Ruhe meiner Eltern stört und einen Fensterplatz auf der rechten Seite hat: Da sind nach ca. 1,5 Flugminuten (ab Rollbahn) zwei Teiche und daneben ist so ein langgestreckter Siedlungshaufen. Dort ist Pellendorf. Wer in Zwölfaxing beim Bundesheer war: Wo „der Radlinger“ gewesen ist!
Mein Bruder schreibt für Zeitungen. Er schreibt auch an einem Roman. Und mein Bruder ist ein Vorbild. Selbst Texte zu schreiben, die anders als Tagebucheinträge waren, begann ich mit 30 – knapp nach der Scheidung. War damals ein guter Zeitpunkt für mich, nach mir zu suchen.
Doch nach dem ich mich gefunden glaubte, verlor ich mich wieder. Einerseits in mir: Da geht es nämlich so tief rein, unglaublich. Und da sind dann so hohe Berge und tiefe Täler und große Mauern und dunkle Wälder und wilde Tiere. Da hatte ich dann manchmal ein wenig Angst. Wären da nicht diese schönen lichtdurchfluteten Plätze und Sonnenauf- und –untergänge am endlos weiten Horizont - ich bliebe wohl immer lieber heroben. Ganz heroben. An der Oberfläche. Also jetzt manchmal sogar ein bisschen drüber, wenn meine Kinder mich vor Glück schweben lassen – wobei eigentlich schwebe ich ja da manchmal in mich (oder mir?)…
Aber ich verlor mich damals auch in Petra, meiner lieben Frau. Und da hab ich einen Partner, mit dem ich über alles reden kann und in deren grüne Augen ich so tief eintauchen kann... Hab dann nicht mehr geschrieben! Bis gestern, oder nein: Vorgestern. Nur im Kopf. Und jetzt lernte ich dann Günther Garzaner kennen und PromOtheus. Die Chance nutze ich jetzt, um wieder zu schreiben. Und das die Clubabende am Abend sind kommt mir entgegen.
Gewinner bei der ersten Teilnahme an einem Prosa-Wettbewerb - beim Linzer Kulturfrühling 2007 im Urbanides/Linz.
Circa so bin ich. Manchmal. Ich bin Günter Kowatschek.
Prosa-Texte